Internationale Grenzwerte für elektromagnetische Felder

 
Historie

Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es erste Diskussionen und Spekulationen über schädliche biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder, gelegentlich sogar schon im "nicht-thermischen" Bereich. Wirkliche Beachtung fand dies jedoch erst mit dem Aufkommen starker Radaranlagen im 2. Weltkrieg, wobei z. B. die amerikanische Marine zu Anfang der Ansicht war, dass Mikrowellenfelder unterhalb einer Leistungsflussdichte von 1000 W//m² unschädlich seien.
Bereits 1953 schlug jedoch der von Deutschland in die USA emigrierte Herman Paul Schwan aufgrund eigener Überlegungen einen Grenzwert von 100 W//m² vor, welcher von der amerikanischen Marine auch bald übernommen wurde. In eine allgemeingültige Norm wurde dieser Grenzwert allerdings erst 1966 von der damaligen American Standards Association (ASA) eingesetzt, diese war bis 1982 in Kraft.

 
Aktueller Stand

Die Erkenntnisse über die Wirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen der letzten Jahrzehnten bilden eine sich stets verbessernde wissenschaftliche Basis und werden von unterschiedlichen, internationalen Gremien permanent gesichtet sowie bewertet. Diese sprechen basierend darauf Empfehlungen für Grenzwerte aus, welche dann in jeweils nationalen Rahmen rechtlich in entsprechende Gesetze und Verordnungen umgesetzt werden.

Die bekanntesten internationalen Empfehlungen stammen von der "International Commission on Non-Ionising Radiation Protection" (ICNIRP) und sind in deren Richtlinie aus dem Jahr 1998 beschrieben. Die darin aufgeführten Grenzwerte schließen nach gesicherten Erkenntnissen über die gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder negative gesundheitliche Auswirkungen aus und liegen etwa 50-fach unter den Wirkungsschwellen für schädliche thermische Effekte. Nicht für eine Grenzwertdefinition verwendbare Grundlagen wie Hypothesen, Effekte unklarer Auswirkung oder nicht reproduzierbare Studien werden dabei nicht berücksichtigt, diese können jedoch eine Basis für Vorsorgewerte bilden.

Weitere, vor allem im asiatischen Raum und den amerikanischen Ländern verwendete Empfehlungen stammen vom "Institute of Electrical and Electronics Engineers" (IEEE) und sind in dessen Standard C95.1 beschrieben. Dieser entspricht nach einer Überarbeitung im Jahr 2005 nun weitgehend den ICNIRP-Richtlinien (Mehr Info zu C95.1-2005, pdf, 149 kB).

Für die Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf den menschlichen Körper ist nach der anerkannten Wissenschaft die biologisch relevante Größe die spezifische Absorptionsrate (SAR). Diese bezeichnet man deshalb als Basisgröße, die für sie festgelegten Grenzwerte als Basisgrenzwerte.
Da die Verfahren zur Überprüfung der Einhaltung der Basisgrenzwerte zu aufwändig sind, wurden zur Expositionsbeurteilung „abgeleitete Grenzwerte” eingeführt. Zu ihrer Formulierung werden leichter messbare Größen verwendet, die in der Umgebung des Menschen ermittelt werden können, wie zum Beispiel die elektrische Feldstärke.

Biologische Wirkung elektromagnetischer Felder und Grenzwerte

Diagramm über die von der ICNIRP herausgegebenen Grenzwerte mit Darstellung der darüber auftretenden anerkannten biologischen Wirkungen


Von internationalen zu nationalen Grenzwerten

Die meisten nationalen Grenzwerte orientieren sich an jenen von der ICNIRP im Jahr 1998 herausgebenen Richtlinien.
Für die europäischen Länder hat der Rat der Europäischen Union im Juli 1999 auf Vorschlag der Kommission und nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments eine Empfehlung (1999/519/EG) zur Begrenzung der Exposition der Bevölkerung gegenüber elektromagnetischen Feldern (0-300 GHz) ausgesprochen. Als Grundlage dazu diente eben die Empfehlung der ICNIRP von 1998.
In Deutschland werden die Grenzwerte in einer entsprechenden Verordnung innerhalb des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vom Januar 1997 (26. BImSchV) bzw. deren Änderungen vom März 2013 beschrieben, auch sie entsprechen den ICNIRP-Richtlinien.


Gesetzgebung beim Strahlenschutz

Zusammenhang zwischen internationalen und nationalen Grenzwerten

 

Mehr Information und Referenzen:

 

 
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Zuletzt geändert: 24.03.13