Mobilfunkdiskussion und die Medien


Wenn Journalisten auf besorgte Mitbürger einerseits und sich kompliziert ausdrückende Wissenschaftler andererseits treffen und dazwischen noch die Position eines um den Dorffrieden bemühten Gemeinderats darstellen möchten, dann ist mit dem Blick auf die Druckauflage und Anzeigengeschäft eine objektive Berichterstattung nicht immer gewährleistet.

Zu dieser Problematik zunächst die Einleitung aus der Veröffentlichung "TECHNIKFOLGENABSCHÄTZUNG – Theorie und Praxis" Nr. 3, 17. Jahrgang - Dezember 2008, S. 51-58 des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS):

Mobilfunkdiskurse und die problematische Rolle der Medien
von Thomas Eikmann und Caroline Herr, Justus-Liebig-Universität Gießen

In öffentlichen Mobilfunkdiskursen nehmen die Medien in der Kommunikation der beteiligten Akteure oftmals eine wesentliche Rolle ein. Anhand des Beispiels einer heftigen Medienkontroverse über die Bedeutung der Ergebnisse einer einzigen wissenschaftlichen Publikation wird dargestellt, welchen Einfluss die Medien auf die Entwicklung von Meinungen oder Meinungsführerschaften in diesem speziellen Problembereich haben können.
Dieses Fallbeispiel demonstriert ebenfalls die Problematik der (vorzeitigen) Bekanntgabe von Forschungsergebnissen in den Medien sowie die sich daraus ergebenden (schwierigen) Beziehungen zwischen Wissenschaftlern und Medienvertretern. Bei vermeintlich unklarer wissenschaftlicher Datenlage in der Mobilfunkproblematik scheinen die persönlichen Überzeugungen der Autoren teilweise die Berichterstattung stärker zu bestimmen als in anderen umweltrelevanten Problembereichen.
Eine besonders wichtige Rolle spielen die Medien in den öffentlichen Mobilfunkdiskursen auf lokaler Ebene; hier haben sie teilweise einen entscheidenden Einfluss auf die Ausprägung und Entwicklung dieser Diskurse. Die Bildung von Bürgerinitiativen und deren Aktionen sind auf der einen Seite von der Unterstützung durch die Medien abhängig, auf der anderen Seite werden derartige Aktivitäten von den Medien auch sehr gerne aufgegriffen, weil sie mehr Interesse in der Bevölkerung finden als beruhigende Nachrichten über das tatsächliche Risiko dieser Technologie.

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Zuletzt geändert: 29.03.09