Versicherungen und der Mobilfunk


"Risiko nicht abschätzbar" - dies ist der Kern hinter der oft geäußerten Aussage, dass Versicherungen zunehmend den Versicherungsschutz für eventuelle Schädigungen durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks verweigern. Dies trifft sowohl die Hersteller von Mobilgeräten wie die Betreiber von Mobilfunknetzen und wird von manchen Akteuren fälschlicherweise dahingegehend interpretiert, dass das Risiko "zu hoch" sei.

In einem Interview mit einem Sprecher der Allianz-Versicherung stellte dieser diese Thematik folgendermaßen dar (Auszug):

Im übrigen führt auch eine steigende Anspruchsmentalität zu mehr und höheren Schadenzahlungen. Weil wir unser Geschäft - auch im Interesse unserer Kunden - nachhaltig betreiben wollen, setzen wir auf eine bedarfsgerechte Preisgestaltung. Ausschlüsse soll es nur dort geben, wo ein Risiko mangels Beherrschbarkeit nicht mehr privatwirtschaftlich kalkulierbar ist. Selbst da versuchen wir, wenigstens Teilbereiche versicherbar zu halten und machen entsprechende Angebote.

?Zum Beispiel?

Tesarczyk: Etwa bezüglich eventueller Risiken durch Elektromagnetische Felder. Wir betreiben ja das Versicherungsgeschäft auf Basis einer genauen Kalkulation. Risiken, die unkalkulierbar sind, werden grundsätzlich nicht versichert. Viele wissenschaftliche Befunde und Forschungsvorhaben haben sich mit dem Thema Elektromagnetische Felder (EMF) befasst. Ein wissenschaftlicher Beleg für oder gegen gesundheitsschädliche Wirkungen konnte bisher nicht erbracht werden.

Aufgrund dieser Situation ist das Risiko für die Allianz Versicherungs-AG nur schwer einschätzbar. Sollte in der Zukunft Gesundheitsrisiken durch EMF belegt werden, könnte die Zahl der möglichen Versicherungsfälle aufgrund der hohen Dichte von Mobilfunkanlagen und Mobiltelefonen und der damit verbundenen Zahl von möglicherweise betroffenen Personen durchaus eine erhebliche Dimension erreichen.

Aus diesem Grund überprüfen wir seit einiger Zeit die Deckung von Kunden mit einem Schwerpunkt bei EMF-Risiken in jedem Einzelfall, wie beispielsweise Mobilfunk-Anlagenbetreibern oder -Geräteherstellern. Dies kann dann auch bedeuten, dass die Deckung im Einzelfall beschränkt oder gar ausgeschlossen wird.

Komplette Pressemitteilung

Mehr Information

Elektrosmog - ein Phantomrisiko
Eine bis heute gültige 33-seitige Ausarbeitung der Schweizer Rück (=Swiss Re) aus dem Jahr 1996 (189 KB).

 

Medienartikel

Unerkannte Risiken in den Versicherungsbilanzen
Ein Beitrag aus dem VersicherungsJournal vom 18.08.09
Versicherer fürchten die Mobilfunk-Risiken
Süddeutsche Zeitung vom 27.01.04: Viele Konzerne verweigern Handy-Herstellern und Netzbetreibern Deckung für eventuelle spätere Gesundheitsschäden.

 

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Zuletzt geändert: 18.08.09