Blutbildveränderungen durch Mobilfunk?


Immer wieder werden von Bürgerinitiativen gegen Mobilfunk Reihen-Blutuntersuchungen angeboten bzw. durchgeführt, da man Hinweisen nachgehen möchte, nach denen (gepulste) elektromagnetische Felder nahegelegener Mobilfunksender eine Veränderung des Blutbildes verursachen können. Insbesonders wird hier von einer verminderten Ausreifung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), aber auch von anderen Effekten gesprochen.
Dazu äußerte sich der Umweltmediziner und Mit-Initiator des "Freiburger Appells", Dr. Peter Germann auf einer Veranstaltung der Umwelt-Akademie im Dezember 2003 wie folgt (Auszug):

Retikulocyten-Reifungstest

Wir haben in einer Reihe von Untersuchungen an nahezu 750 exponierten und nicht exponierten Personen ( Erwachsene und Kinder ), die vor und nach Einschalten eines oder mehrerer Mobilfunksender Blutanalysen durchführen ließen, bemerkenswerte Befunde erhalten:

  1. Gerinnungsneigung bei Kindern unter 4 Jahren
  2. 2/3 der Teilnehmer zeigten eine Verringerung der absoluten Retikulocytenzahl, bei Kinder sogar 80 %!
  3. Verringerung des MCHC der Erythrocyten
  4. Erhöhung der Monocyten
  5. Es fand sich keine Korrelation zwischen den angegebenen Symptomen und der Blutwerte
  6. Selbst bei Patienten mit Anämie zeigte sich keine gravierende Veränderung der Retikulocyten.

Aus diesen Gründen besteht der Verdacht, dass die Reifung der Retikulocyten durch besondere Formen elektromagnetischer Felder gestört werden kann und evtl. als Parameter zur Messung einer Mobilfunkbelastung herangezogen werden könnte.

Dabei könnte auch der Regenerationsdruck des Knochenmarkes mit Erhöhung der Monocyten eine Rolle spielen.

 
Weitere Details, wie und warum Bluttests durchgeführt werden sollen kann man dem Beitrag eines in einer Bürgerintiative tätigen Mediziners entnehmen:

Vorgehen bei Bluttests in der Praxis (5 Seiten, 133 kB)

Im Juli 2004 stellte Dr. Germann anhand von bisher 1000 untersuchten Proben seine vorläufige Bewertung des Einflusses von Mobilfunk auf das Blutbild vor, im Jahr 2007 folgte die Untersuchung von Blutbildern der Bewohner einer Ortschaft:

Download der Bewertung von 2004 ( 111 KB)
Einfluss der Mobilfunkbelastung: Retikulocytenreifung und funktionelle Beschwerden
Eine Zusammenfassung der in der Zeitschrift umwelt medizin gesellschaft 20(1) veröffentlichten Untersuchung von 2007.

 

 

Kritik an solchen Bluttests

Nachdem sich bereits im Jahr 2004 mehrere Fachleute sowohl zu solchen Bluttests im Allgemeinen als auch zu der Bewertung von Dr. Germann im Speziellen kritisch geäussert haben, veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) in der August-Ausgabe 2006 des Bundesgesundheitsblatts eine Stellungnahme zu solchen Bluttests. Demnach sei dieses Vorgehen schon wegen der hohen Variabilität des Blutbildes von Testpersonen nicht geeignet und für den klinisch-umweltmedizinischen Bereich nicht empfehlenswert. Die Messergebnisse würden keine sinnvollen Aussagen oder Rückschlüsse auf biologische Wirkungen von elektromagnetischen Feldern erlauben.

Parameter des roten Blutbildes bei Exposition durch Mobilfunkanlagen
Robert-Koch-Institut (RKI) in der August-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts (425 kB)
Blutuntersuchungen - keine Antworten auf offene Fragen
In diesem Artikel aus dem Newsletter 3/2006 der Forschungsgemeinschaft Funk wird kritisch auf die Aussagekraft der in manchen Gemeinden durchgefühtren Untersuchungen eingegangen (31 KB).
Blutuntersuchungen in der EMF-Forschung – Dichtung und Wahrheit
Ein Beitrag von Prof. Dr. Alexander Lerchl im Newsletter 3/2004 der Forschungsgemeinschaft Funk (171kB)
Kommentare zu einer vorläufigen Bewertung über den Einfluss der Mobilfunkbelastung auf die Retikulozytenreifung
Prof. Dr.-Ing. Dr. med. habil. O. Petrowicz, im Newsletter 3/2004 der Forschungsgemeinschaft Funk (37 kB)

 

Vewandtes Thema: "Geldrollenbildung"

"Geldrollenbildung" im Blut: Verursacht durch Mobilfunk-Felder?
Bereits im Jahr 1999 wurde dieses Phänomen, wo sich die roten Blutkörperchen in langen Ketten aneinanderlegen, von Mobilfunkkritikern auf Veranstaltungen vorgeführt und Mobilfunkfeldern angelastet. In diesem Artikel sind einige Erläuterungen dazu.


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Zuletzt geändert: 25.12.07