Mobilfunk und der "Brummton"


Als Beitrag zu dem spekulativen Zusammenhang zwischen Mobilfunkanlagen und dem von vielen Menschen wahrgenommenden "Brummton" ein Schreiben der Interessengemeinschaft zur Aufklärung des Brummtons (IGZAB) vom 18.03.03:

Antwort auf den Beitrag "Brummton (‚Tinnitus’) durch Mobilfunk-Impulse!" im Mobilfunk-Letter vom 15.3.2003

Im Artikel wird von einem Brummton gesprochen. Dieser Begriff ist mittlerweile in einer breiteren Öffentlichkeit für ein Phänomen verankert, für dessen Aufklärung und Beseitigung sich seit etwa zwei Jahren die Interessengemeinschaft zur Aufklärung des Brummtons (IGZAB) engagiert. Betroffene, die sich bei ihr melden, nehmen den Ton jedoch – im Unterschied zur Schilderung im genannten Artikel – an verschiedenen Orten wahr. Eine eindeutige Zuordnung, zum Beispiel zum Mobilfunk, ist nach den bisherigen Erkenntnissen der IGZAB nicht möglich. Das ist auch der Grund, warum sich die IGZAB Spekulationen über die Ursachen(n) enthält. Mehr zum Brummton und der IGZAB im folgenden Beitrag.

Der Brummton, die IGZAB

Dumpf, tief, pulsierend und unterschiedlich intensiv, manchmal begleitet von einem Pfeifen – so beschreiben Brummton-Hörer den niederfrequenten Ton, der sie quält. Betroffene gibt es in zahlreichen europäischen Ländern: Deutschland, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden, in Luxemburg, Schweden oder der Schweiz, aber auch in Australien oder den USA.

Nach subjektivem Empfinden kommt der Ton von außen, hat keine körperlichen Ursachen wie z.B. Bluthochdruck oder Tinnitus. Betroffene mit Tinnitus können den Brummton ganz klar davon unterscheiden. Der Brummton raubt den Schlaf, greift die Gesundheit an, macht krank. Häufigste Folgen sind neben Schlafstörungen Herzrasen, Nervosität, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schweißausbrüche. Viele spüren ihn als Vibration, Zittern am/im Körper, als würde man unter Strom stehen. Beschwerden, die den Betroffenen zuvor unbekannt waren und auch von Menschen berichtet werden, die den Brummton nicht hören können. Auffallend ist: Die ersten Wahrnehmungen häufen sich 1998/99.

IGZAB – die Initiative Betroffener

Die Interessengemeinschaft zur Aufklärung des Brummtons (IGZAB) wurde als informeller, unabhängiger Zusammenschluss im Februar 2001 in Nebringen, Raum Stuttgart, von Betroffenen gegründet. Sie versteht sich als Netzwerk für Betroffene und Wegbereiter für die qualifizierte Erforschung und Beseitigung des Problems. Maxime ist absolute Seriosität, das heißt: keine Spekulationen über mögliche Ursachen, keine Verschwörungstheorien oder Versuche, aus dem Problem Kapital zu schlagen. Fachkräfte aus unterschiedlichen Disziplinen – sei es aus Physik, Elektro- und Nachrichtentechnik oder Medizin – sowie politische Entscheidungsträger sind aufgefordert, sich des Problems anzunehmen, es zu untersuchen und schnellstmöglich zu beseitigen. Bislang gibt es IGZAB-Regionalgruppen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie einen Arbeitskreis für Physik. Ansprechpartner gibt es außerdem in Luxemburg und der Schweiz. Sämtliche Kosten werden privat getragen.

Wichtig für die Faktensammlung: Der IGZAB-Fragebogen

Auf der IGZAB-Homepage mit Forum und Gästebuch ist unter "Downloads" das wichtigste Instrument für die Faktensammlung abrufbar: der Fragebogen für Brummton-Betroffene. IGZAB-Webmaster Elmar Maronn, Kennwort: IGZAB-Fragebogen, Abt-Moser-Straße 11, 88339 Bad Waldsee, wertet die Bögen für die Statistik aus. Interessenten ohne Internet erhalten den Fragebogen per Post gegen einen frankierten (1,44 €) und adressierten Rückumschlag (DIN A5/A4). Der Datenschutz genießt höchste Priorität.

Selbst aktiv werden

In wenigen Fällen wurden technische Geräte/Anlagen als Verursacher niederfrequenter Töne ausfindig gemacht.
Deshalb sind zunächst mögliche Quellen im/am Haus zu prüfen (Haustechnik, Strom-, Wasser-, Gasleitungen); Tinnitus sollte ausgeschlossen sein. Betroffene nehmen den Brummton in ruhiger Umgebung z.B. auch im abgestellten Pkw sowie an völlig unterschiedlichen Orten wahr. Kommunalverwaltungen, Umwelt- und Gewerbeämter, Ministerien auf Landes- und Bundesebene oder lokale politische Mandatsträger sollten dann über das Problem informiert werden.

Bisherige regionale Messungen, z.B. der Landesanstalt für Umweltschutz in Baden-Württemberg (www.lfu.baden-wuerttemberg.de / www.uvm.baden-wuerttemberg.de), warfen mehr Fragen auf als sie beantworteten. Öffentliche Stellen berufen sich dennoch auf diese Ergebnisse. Solange aber nicht erforscht ist, welche Ursache(n) der Brummton hat, ist auch der behördliche Verweis auf eingehaltene Grenzwerte wenig aussagekräftig. Seit Januar 2003 liegt die Auswertung der Infraschallmessungen des Seismic Data Analysis Center (SDAC) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover, vor. Ihr Fazit: Infraschall ist als Quelle des Brummtons wenig wahrscheinlich (siehe http://sdac.hannover.bgr.de/web/gndc/infra/schall.html). Unter Leitung von Dr. Manfred Henger, wissenschaftlicher Direktor des SDAC, wurden bei Blaubeuren im Mai 2002 Frequenzen unter 20 Hertz gemessen; dieser Infraschallbereich gilt als nicht hörbar für den Menschen. Die SDAC-Analyse legt den Schluss nahe, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem aufgezeichneten Infraschall und dem typischen Tonmuster des Brummtons gibt, wie es auch jene Betroffenen wahrnahmen, die die Messungen im freien Gelände begleiteten.

Ob der Brummton weltweit eine gemeinsame Ursache oder lokal unterschiedliche Quellen mit gemeinsamen Faktoren hat, ist nach wie vor ungeklärt. Denkbar ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Frequenzen, aber auch, dass bestimmte Außenimpulse den Brummton erst im menschlichen Gehör oder Gehirn auslösen. Notwendig ist eine interdisziplinäre Erforschung und die Suche nach akustischen wie elektrischen/elektromagnetischen Quellen, nach ihrem möglichen Zusammenspiel und der Wirkung auf den menschlichen Organismus.

Der Brummton muss aufhören – sofort!

Kontakt

zentrale E-Mail-Adresse für Journalisten: presse@igzab.de

Homepage: www.igzab.de oder www.brummt.de

Pressesprecher: Matthias Mayer, Blaubeuren

Koordinator Kommunikation & Fragebögen/Webmaster: Elmar Maronn, Bad Waldsee, info@igzab.de

Arbeitskreis Physik: Hans-Jürgen Kraus, Bretten

Matthias Mayer, IGZAB-Pressesprecher, Blaubeuren

Quelle: Mobilfunknewsletter der Bürgerinitiative Omega vom 20.03.03, von dieser ist auch der im Artikel ganz oben genannte "Mobilfunk-Letter vom 15.3.2003".
 
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Zuletzt geändert: 26.03.03