Personendosimeter

Für viele Untersuchungen von gesundheitlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder ist es notwendig, die am Menschen tatächlich vorhandene Exposition zu kennen. Zu diesem Zweck wurden in den letzten Jahren sogenannte "Personendosimeter" entwickelt, welche direkt am Körper getragen werden können und in der Lage sind, über mehrere Tage hinweg kontinuierlich die Exposition in verschiedenen Frequenzbereichen zu messen und zur Weiterverarbeitung zu speichern.
 

Die Technik und Eigenschaften von Personendosimetern

 
  Die Schwierigkeit bei den am Körper zu tragenden Personendosimetern liegt in der notwendigen Miniaturisierung der Elektronik für die frequenzselektive Erfassung, welche immer Kompromisse erfordert und je nach Modell verschiedene Frequenzbereiche auch ausklammern kann. Heutige Personendosimeter besitzen für jeden Frequenzbereich wie etwa die verschiedenen Mobilfunkfrequenzen und z. B. Fernsehsenderfrequenzen oder WLAN ein eigenes Empfangsteil, dessen aufgenommene Messwerte zusammen mit den anderen permanent aufgezeichnet werden und über den Anschluss an einen Computer in vielfältiger Weise ausgewertet werden können.
Mehr Information:
ESM-140 Mobilfunkdosimeter
Mehr Information zum einem bekannten Personendosimeter auf der Homepage dessen Herstellers Maschek (siehe unter "Produkte")
 
Ein Mobilfunk-Dosimeter für die epidemiologische Ermittlung der EMF-Belastung der Bevölkerung
Dieser Beitrag aus dem FGF-Newsletter 4/2005 beschreibt neben der Technik eines Personendosimeters auch die Problematik der Feldstärkemessung direkt am Menschen (pdf, 221 KB)
 
Ein Mobilfunk-Personendosimeter zur
Darstellung der individuellen Exposition

In diesem Vortrag beschreibt Dr. Eder vom bayerischen Landesamt für Umwelt einige Charakteristiken des ESM-140 und stellt exemplarische Messergebnisse vor.

 

Die Problematik der Messungen mit Personendosimetern

  Die tatsächliche Feldverteilung direkt am Menschen ist viel komplexer, als es im freien Raum gegeben ist. Die einfallenden Felder werden sowohl durch die Umgebung als auch durch seinen eigenen Körper in vielfacher Weise reflektiert oder gedämpft, sodaß bereits kleine Bewegungen ausreichen, um durch wechselnde Überlagerungen starke Schwankungen der gemessenen Werte zu bekommen. Diese Problematik ist auch ohne Personendosimeter physikalisch bedingt stets gegeben und so können nur in einem Mindestmaß gemittelte Werte sinnvoll verwendet werden.
Die Personendosimeter selbst können nur derart konstruiert werden, dass ihre Antennen möglichst keine Richtungsabhängigkeit aufweisen und sie die tatsächlich vorhandenen Felder möglichst exakt auswerten.

 

Bisherige Studien mit Personendosimetern

 

Es gibt schon eine Reihe von Studie, bei denen Personendosimeter eingesetzt wurden, sei es um ihre Funktion als solche zu untersuchen oder ihre Messergebnisse in die Bewertung von gleichzeitig miterfassten gesundheitlichen Wirkungen mit einzubeziehen:

  • Die schweizerische Qualifex-Studie (2009)
    Diese Studie ist Teil des Nationalen Forschungsprogramms NFP 57 und hat im ersten Teil das Ziel mittels Personendosimeter Alltagsbelastung durch hochfrequente elektromagnetische Felder zu ermitteln.
    Newsletter vom April 2009 und Medienmitteilung vom 27.05.09
     
  • Der Zusammenhang zwischen tatsächlicher HF Exposition und Dosimetermessungen (2009)
    Die Austrian Research Centers GmbH (ARC) untersuchte zusammen mit der ETH Zürich und der Universität Bern für die Forschungsstiftung Mobilkommunikation, wie gut die von Dosimetern festgestellten Messwerte mit den tatsächlichen Expositionen übereinstimmen.
    Gesamtbericht (pdf, 1,56 MB)
    Zusammenfassung (pdf, 34 KB)
     
  • Symposium "Personal measurements of radio frequency electromagnetic field exposure and the implications for experimental and epidemiological studies" (2008)
    Bei diesem von M. Röösli (Universität Bern) im Oktober 2008 in Pasadena (Kalifornien/USA) durchgeführten Symposium zu personenbezogenen Messungen von hochfrequenten elektromagnetische Felder wurden eine Vielzahl von Studienergebnisse aus Deutschland, Holland, Frankreich und der Schweiz präsentiert.
     
  • Querschnittstudie aus Bayern mit Erwachsenen (2008)
    Thomas S., Kühnlein A., Heinrich S., Praml G., Nowak D., von Kries R., Radon K.: Personal exposure to mobile phone frequencies and well-being in adults: A cross-sectional study based on dosimetry. Bioelectromagnetics 2008: 29 (6), 463-470.
    Bei dieser Querschnittsstudie zur Quantifizierung der Exposition durch Mobilfunkstrahlung in der Allgemeinbevölkerung von Bayern mit Hilfe von Personendosimetern wurden auch Zusammenhänge zwischen der Exposition und dem Wohlbefinden untersucht, wobei sich solche mit statistisch signifikanter Relevanz nicht zeigten.
    Abstract
    Zusammenfassung im EMF-Portal
    Zusammenfassung bei ELMAR

     
  • Querschnittsstudie zur Erfassung und Bewertung möglicher gesundheitlicher Beeinträchtigungen durch die Felder von Mobilfunkbasisstationen (2007)
    Iim Rahmen dieses Projektes des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms wurden die tatsächliche Exposition mit Personendosimetern an 1500 Teilnehmern ermittelt.
    Informationsseite zur Studie
     
  • Pilotstudie zum Zusammenhang zwischen Mobilfunkexposition und Befindlichkeitsstörungen bei Kindern, Jugendlichen und Ewachsenen (2005)
    Meyer, N.; Radon, K; Spegel, H; Ehrenstein, V; Heinrich, S; Ravens-Sieberer, U; Nowak, D; vonKries, R: Mobile Phones: Exposure and Well-Being in Children and Adolsecents, Epidemiology: Volume 16(5) September 2005 p S147
    Im Rahmen eines Projektes aus dem Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms soll mittels individueller Expositionsabschätzung gegenüber Mobilfunk- und anderer Hochfrequenzfelder ein möglicher Zusammenhang mit akuten gesundheitlichen Effekten von Mobilfunk in der Bevölkerung untersucht werden. Dabei konnte bei dieser Pilotstudie mit Kindern und Jugendlichen keine Beziehung zwischen mit Dosimetern ermittelten individuellen Expositionen mit Hochfrequenzfeldern und der Lebensqualität der Studienteilnehmer aufgezeigt werden.
    Abstract
     
  • Personal RF exposimetry in urban area (2008)
    In diesem Zusammenfassung einer Untersuchung aus Ungarn werden die Ergebnisse von Messungen mit einem Personendosimeter in städtischer Umgebung vorgestellt.
     
  • Personal Dosimetry of RF Radiation. Laboratory and Volunteer Trials of an RF Personal Exposure Meter (2005)
    Diese Untersuchung für das britische Mobile Communications & Health Research Programme (MTHR) befasst sich mit den Eigenschaften eines Personendosimeters von Antennessa.

 

Personendosimeter in den Medien

 

Weitere Literatur

 

 

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Zuletzt geändert: 22.04.12