Die Funktechnik von elektronischen Mautsystemen in Europa


Auf dieser Seite werden die Grundlagen der Funktechnik der elektronischen Mautsysteme vorgestellt, welche in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwendet werden bzw. eingeführt werden sollen. Mehr Information findet sich in den jeweils angegebenen Links.

 

Das Mautsystem in Deutschland (von Toll-Collect)

Das Autobahn-Mautsystem für LKW's in Deutschland arbeitet mit einer Kombination aus Satellitenpositionsbestimmung per GPS und Datenübertragung mit herkömmlichem Mobilfunk.
Dazu wird im LKW ein Autoradio-ähnliches Gerät eingebaut, das über GPS die Position des Fahrzeugs erfaßt, die Fahrstrecke speichert, und anhand der Daten die zu zahlende Maut errechnet. Diese wird dann per GSM-Mobilfunk über GPRS ans Rechenzentrum der Maut-Betreiberfirma "Toll-Collect" gesendet und vom Konto abgebucht.
Für ausländische LKW ist auch eine manualle Bezahlung für festgelegte Strecken im Voraus möglich.

Die meist 500-1000 m vor Autobahnbrücken aufgebauten ca. 300 Maut-Kontrollbrücken dienen dabei nur der Kontrolle. Sensoren auf der Brücke ermitteln, ob es sich bei einem passierenden Fahrzeug um einen mautpflichtigen Lkw handelt. Ist dies der Fall, wird durch eine Kamera ein digitales Übersichtsbild des Fahrzeuges und mehrere digitale Bilder seines Kennzeichens aufgenommen. Gleichzeitig wird mittels Infrarot-Kommunikation festgestellt, ob das Fahrzeug mit einem Fahrzeuggerät ausgerüstet ist und damit ein Datenaustausch zur Überprüfung aller Einstellungen und Zahlungsvorgängen vorgenommen.

Stationäre Kontrollbrücken für die LKW-Maut
Einige Details auf der Homepage radarfalle.de
http://www.toll-collect.de/

 


Maut-Kontrollbrücke in Deutschland
(Foto: AP)

 

Das Mautsystem in Österreich

In Österreich nehmen seit Anfang 2004 über die Autobahn aufgebaute Mautbrücken (geplant sind bis zu 800) über Mikrowellen Kontakt zu den an der Windschutzscheibe von LKW's angebrachten Teilnehmergeräten, einer sogenannten Go-Box auf. Diese etwa zigarettenschachtelgroßen Boxen enthalten einen Datenspeicher und einen Mikrowellentransponder sowie eine Batterie. Wenn der Lkw die Mautbrücke passiert, aktiviert deren Mikrowellensender die Box und es findet ein Datenaustausch zur Fahrzeugdaten- und Kostenerfassung statt.

Die Mikrowellenübertragung arbeitet gemäß einem europäischen Standard (CEN TC278) für Nahbereichskommunikation im Bereich von 5,8 GHz (im ISM-Band) mit einer maximalen Sendeleistung von 2 Watt EIRP.
Da metallisierte Windschutzscheiben, wie sie bei vielen LKW's zur Verminderung der Wärmeeinstrahlung verwendet werden, die Mikrowellen zu stark dämpfen und damit einen Datenaustausch verunmöglichen können, werden dafür sogenannte Split-Go-Boxen angeboten, bei denen die Sende/Empfangseinheit außen am Fahrzeug befestigt wird.

LKW-Maut in Österreich
Einige Informationen mit weiteren Links auf Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 


Maut-Erfassungsbrücke in Österreich
(Foto: Tiroler Tageszeitung)

 

Das Mautsystem in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein startete im Jahr 2001 die sogenannte "leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe" (LSVA) für LKW über 3,5 t, welche für alle Straßen zu entrichten ist. Die zu zahlende Gebühr errechnet sich nach der zurückgelegten Entfernung und der Art des Fahrzeugs. Das zugehörige Erfassungsgerät Tripon der Firma Fela im Kanton Thurgau registriert alle gefahrenen Kilometer anhand des Tacho-Impulses und zusätzlich über Satellit (GPS).
Nur an den Grenzen findet an den Zoll-Abfertigungsterminals über dort aufgestellte Mikrowellen-Transponder (DSRC, siehe Österreich) ein Informationsaustausch zum Gerät statt, um beim Überschreiten der Landesgrenze eine korrekte Abrechnung zu ermöglichen.

Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe
Einige Informationen mit weiteren Links auf Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

 
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Zuletzt geändert: 07.01.07